Kommen wir einmal mehr zu einem Klassiker: "Der Tod trägt schwarzes Leder", ein italienischer Giallo von '74, dessen Titel zunächst einmal reisserisch klingt - tatsächlich erwartet den Zuschauer hier ein spannend inszenierter, auf die typischen, voyaristischen Elemente des Exploitation weitgehend verzichtender Kriminalfilm, mit hochkarätiger Besetzung (u.a. Mario Adorf).
Ein erstklassiger Film für einen gediegenen Abend - Trailer ab!
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Freitag, 19. Februar 2010
Samstag, 6. Februar 2010
Review: Audition
Audition
Originaltitel: Ōdishon
Japan
Jahr: 1999
Laufzeit: 115 Minuten
FSK KJ
Regie: Takashi Miike
Genre: Horror/Thriller
Plot: Shigeharu Aoyama ist Witwer und alleinerziehender Vater eines Sohnes. Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau sind beide der Meinung, dass es für ihn an der Zeit ist, sich eine neue Frau zu suchen. Ein Freund und Fernsehproduzent überredet Shigeharu zu diesem Zweck und unter dem Vorwand eines Fernsehcastings, ein Vorsprechen (Audition) zu veranstalten. Dabei lernt Shigeharu die junge und zerbrechlich wirkende Asami kennen und tatsächlich verlieben sich beide ineinander. Doch immer wieder tauchen Ungereimtheiten in Asamis Vergangenheit und Umwelt auf und schliesslich, mitten in der Nacht, ist Asami verschwunden..
Spannung: 8/10
Atmosphäre: 9/10
Action: 3/10
Humor: 2/10
Anspruch: 7/10
Unterhaltungswert: 8/10
Cast: 8/10
Score: -/10
Screenplay: 8/10
Produktion: 8/10
FX: 5/10
Gore: 5/10
Synchro: gut (furchtbar/schlecht/mäßig/ok/gut/ausgezeichnet)
Mainstream: Nein
Kurzinhalt:
Bewertung: "Horror" ist als Genre für einen Film wie Audition zu restriktiv. Miike schafft es in Audition mit ruhigen Bildern den Horror subtil aufzubauen und erreicht dabei eine ganz andere Qualität als die meisten Genrevertreter. Und so mehren sich erst nach und nach die Ungereimtheiten, wenn Shigeharu Aoyama auf eigene Faust Nachforschungen anstellt und versucht, sich ein Bild von seiner neuen Geliebten zu machen. Zunächst sind es nur Andeutungen auf unheimliche und grausige Ereignisse, die sich jedoch später in albtraumhafte Sequenzen surrealer Farbgebung und Kameraperspektiven steigern. Wenn Asami schliesslich mit fast übernatürlicher Präsenz im Haus der Aoyamas zum blutigen und verstörend grausamen Finale startet, ist längst nicht mehr klar, was nun real ist und was eventuell nicht: Miike lässt geschickt die Möglichkeit offen, ob die grausigen Ereignisse nicht nur, aufgrund der widersprüchlichen und unheimlichen Vergangenheit Asamis, ein Albtraum Shigeharus sind oder furchtbare Wirklichkeit.
Fazit: Ich brauche gar nicht viel zu schreiben, denn ohne Zweifel: Audition ist Takashi Miikes Meisterwerk und einer der besten Filme der letzten zwanzig Jahre - für mich sogar einer der besten Filme, die jemals gedreht wurden. Audition ist subtiler Horror wie aus dem Lehrbuch, in jeder Hinsicht perfekt.
Artverwandtes / Für Freunde von:
A Tale of two Sisters
Shutter – Sie sind unter uns
Cure (Kyua)
Originaltitel: Ōdishon
Japan
Jahr: 1999
Laufzeit: 115 Minuten
FSK KJ
Regie: Takashi Miike
Genre: Horror/Thriller
Plot: Shigeharu Aoyama ist Witwer und alleinerziehender Vater eines Sohnes. Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau sind beide der Meinung, dass es für ihn an der Zeit ist, sich eine neue Frau zu suchen. Ein Freund und Fernsehproduzent überredet Shigeharu zu diesem Zweck und unter dem Vorwand eines Fernsehcastings, ein Vorsprechen (Audition) zu veranstalten. Dabei lernt Shigeharu die junge und zerbrechlich wirkende Asami kennen und tatsächlich verlieben sich beide ineinander. Doch immer wieder tauchen Ungereimtheiten in Asamis Vergangenheit und Umwelt auf und schliesslich, mitten in der Nacht, ist Asami verschwunden..
Spannung: 8/10
Atmosphäre: 9/10
Action: 3/10
Humor: 2/10
Anspruch: 7/10
Unterhaltungswert: 8/10
Cast: 8/10
Score: -/10
Screenplay: 8/10
Produktion: 8/10
FX: 5/10
Gore: 5/10
Synchro: gut (furchtbar/schlecht/mäßig/ok/gut/ausgezeichnet)
Mainstream: Nein
Kurzinhalt:
- Verstörende Traumsequenzen: 50%
- Unerträgliches Knochenknirschen: 70%
- Gefährliche Liebschaften: 100%
Bewertung: "Horror" ist als Genre für einen Film wie Audition zu restriktiv. Miike schafft es in Audition mit ruhigen Bildern den Horror subtil aufzubauen und erreicht dabei eine ganz andere Qualität als die meisten Genrevertreter. Und so mehren sich erst nach und nach die Ungereimtheiten, wenn Shigeharu Aoyama auf eigene Faust Nachforschungen anstellt und versucht, sich ein Bild von seiner neuen Geliebten zu machen. Zunächst sind es nur Andeutungen auf unheimliche und grausige Ereignisse, die sich jedoch später in albtraumhafte Sequenzen surrealer Farbgebung und Kameraperspektiven steigern. Wenn Asami schliesslich mit fast übernatürlicher Präsenz im Haus der Aoyamas zum blutigen und verstörend grausamen Finale startet, ist längst nicht mehr klar, was nun real ist und was eventuell nicht: Miike lässt geschickt die Möglichkeit offen, ob die grausigen Ereignisse nicht nur, aufgrund der widersprüchlichen und unheimlichen Vergangenheit Asamis, ein Albtraum Shigeharus sind oder furchtbare Wirklichkeit.
Fazit: Ich brauche gar nicht viel zu schreiben, denn ohne Zweifel: Audition ist Takashi Miikes Meisterwerk und einer der besten Filme der letzten zwanzig Jahre - für mich sogar einer der besten Filme, die jemals gedreht wurden. Audition ist subtiler Horror wie aus dem Lehrbuch, in jeder Hinsicht perfekt.
10/10
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Cure (Kyua)
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Donnerstag, 4. Februar 2010
Trailer: Tucker and Dale vs. Evil
Man kennt das: eine mehr oder weniger bunt gewürfelte Gruppe Teenager (Cheerleaderin, stumpfer Sport-Stipendiat, subversiver Aussenseiter, etc) unternimmt einen Roadtrip in die hinterletzte Ecke Mittelamerikas oder ist zumindest auf der Durchreise. Dabei trifft sie früher oder später auf die degenerierten Einwohner der finsteren Wälder und menschenfeindlichen Einöde - und die intellektuell zwischen Toast und Ziegel rangierenden Hinterwäldler sähen die verwöhnten Städter natürlich am liebsten direkt am heimischen Fleischerhaken. Et voilá: Fertig ist der Durchschnitt-Slasher. 2006 wurde das Genre schon wunderbar schwarzhumorig und mit ein paar sozialkritischen Anleihen von "Severance" auf die Spitze getrieben, nun setzt die kommende Slasher-Parodie "Tucker & Dale vs. Evil" noch einen drauf: Dort ist die größte Gefahr für die nervigen Jugendlichen nämlich nicht die vertrottelte Landbrut, sondern die eigene Paranoia... Der (recht blutige) Trailer verspricht jedenfalls schon einiges - und selbst wenn im Trailer schon alle guten Szenen gezeigt wurden, was ich nicht hoffe, so hätte "Tucker & Dale vs. Evil" immernoch mehr gute Szenen als der Durchschnitts-Slasher. Trailer ab!
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Mittwoch, 3. Februar 2010
Trailer: Einer gegen das Imperium
Mir ist da gerade wieder eine Filmperle in den Sinn gekommen, die zu vergessen viel zu schade wäre: "Einer gegen das Imperium" (orig.: Il mondo di Yor), eine Trashperle sondergleichen. Versucht man zunächst auf der Barbarenfilm-Welle mitzureiten, fiel den Produzenten wohl mitten im Film auf, dass Star Wars doch irgendwie cooler ist und das ganze Ding schwingt komplett um. Eine unbekannte, hochtechnisierte Zivilisation bestehend aus Darth-Vader-Sturmtruppen-Klonen will dem Protagonisten an den Lendenschurz. Logisch, dass der sympathisch-debil dahergrinsende Ken-Verschnitt mit dem toten Tier ungeklärter Herkunft auf dem Kopf - zuvor noch mit der Keule einen Triceratops ausgeknockt - sofort mit nebenbei aufgeklaubten Laserwaffen umzugehen weiss. Hier geht einfach alles und genau SO muss ein italienisches B-Movie auch sein!
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Samstag, 23. Januar 2010
Review: Shaun of the Dead
"Gehiiiiiiirrrrnnn...!!" - unbekannt

SotD wirkt daher nie blödsinnig oder platt, was auch auf den unbestreitbaren Fokus auf die Charaktere und deren Beziehung untereinander, sowie dem unschlagbaren britischen Humor zurückzuführen ist. Während in anderen Produktionen keine Figurenkonstellation zu beliebig und austauschbar, kein Slapstick zu flach und keine Story zu gradlinig ist, ist bei Shaun of the Dead die Liebe zum Genre und zum großen Vorbild in jeder Szene allgegenwärtig. Das dürfte auch der Grund sein, warum sowohl Filmfan Tarantino als auch Romero selbst von SotD überaus angetan waren, Hauptdarsteller Simon Pegg und Regisseur hatten anschliessend sogar einen Cameo Auftritt in Romeros „Land of the Dead“(2005). In diesem spielt im übrigen auch Asia Argento, Tochter des italienischen Meisterregisseurs Dario Argento mit, aber dies nur am Rande.

Shaun of the Dead
Originaltitel: Shaun of the Dead
GB
Jahr: 2004
Laufzeit: 95 Minuten
FSK 16
Regie: Edgar Wright
Cast: Simon Pegg, Nick Frost, Kate Ashfield
Genre: Horror/Komödie
Plot: Shaun, stramm auf die 30 zugehend, Verkäufer ohne berufliche Perspektive in einem Elektronikfachmarkt und von seinen weit jüngeren Kollegen verlacht, steht kurz vor dem Beziehungs-Aus. Denn seine Freundin ist mit diesem Leben noch weit unzufriedener als er selbst und besonders der Umstand, dass Shaun viel zu oft zur geistigen Zerstreuung ins Winchester, seinem Stammpub, einkehrt und mehr Zeit mit seinem geistig schon mehr als zerstreutem Mitbewohner Ed (obszön & stinkend faul) verbringt als mit ihr, ist der zwischenmenschlichen Harmonie wenig zuträglich. In dieser trostlosen Situation wimmelt es in London plötzlich vor Zombies Untoten, zuvor durch unheilvolle Vorzeichen bereits angekündigt, doch zunächst von Shaun, seinem Alltagstrott blind nachgehend, unbemerkt. Nun gilt es sich selbst und die Liebsten (und die, die man halt leider auch mitnehmen muss) zu retten, der (mittlerweile Ex-)Freundin klarzumachen, dass sich alles ändern wird und den sichersten Ort aufzusuchen, der einem auf die Schnelle in den Kopf kommt: das Winchester...
Spannung: 8/10
Atmosphäre: 7/10
Action: 7/10
Humor: 9/10
Anspruch: 6/10
Unterhaltungswert: 9/10 (mit Bier: 10/10)
Cast: 8/10
Score: 7/10
Screenplay: 8/10
Produktion: 8/10
FX: 6/10
Gore: 6/10
Synchro: ausgezeichnet (furchtbar/schlecht/mäßig/ok/gut/ausgezeichnet)
Mainstream: Jein
Kurzinhalt:
- Untote, Infizierte und das Wort mit Z: 100%
- britischer Humor: 100%
Bewertung: Eins vorweg: Es ist mir unmöglich, bei diesem Film wirklich neutral zu sein und deshalb versuch ich das auch gar nicht erst. Ich habe „Shaun of the Dead“ mittlerweile mindestens 10-15 mal gesehen und dabei wird es vermutlich auch nicht bleiben. Warum? Weil Shaun of the Dead zu den besten Zombie - Filmen zählt, deren Genre er auf den ersten Blick parodiert. Aber nur auf den ersten, denn in Wirklichkeit ist SotD keine Parodie, sondern eine Hommage an den wohl besten Zombie – Film aller Zeiten, namentlich „Dawn of the Dead“ von 1978, sowie der anderen Werke George A. Romeros. Er zieht dabei die Eigenheiten dieser Filmgattung nicht ins Lächerliche, sondern spielt mit ihnen und ihren Klischees, beachtet dabei aber stets ihre ungeschriebenen Regeln oder führt sie bewusst vor.
SotD wirkt daher nie blödsinnig oder platt, was auch auf den unbestreitbaren Fokus auf die Charaktere und deren Beziehung untereinander, sowie dem unschlagbaren britischen Humor zurückzuführen ist. Während in anderen Produktionen keine Figurenkonstellation zu beliebig und austauschbar, kein Slapstick zu flach und keine Story zu gradlinig ist, ist bei Shaun of the Dead die Liebe zum Genre und zum großen Vorbild in jeder Szene allgegenwärtig. Das dürfte auch der Grund sein, warum sowohl Filmfan Tarantino als auch Romero selbst von SotD überaus angetan waren, Hauptdarsteller Simon Pegg und Regisseur hatten anschliessend sogar einen Cameo Auftritt in Romeros „Land of the Dead“(2005). In diesem spielt im übrigen auch Asia Argento, Tochter des italienischen Meisterregisseurs Dario Argento mit, aber dies nur am Rande.
Auch wenn es bei Shaun of the Dead nicht zimperlich zur Sache geht, hat es der Film, eben im Gegensatz zu einer reinen Parodie, nicht nötig, sich in übertriebener Gewaltdarstellung zu ergehen. Shaun of the Dead ist eigenständig und funktioniert auch auf einer anderen Ebene, der zwischenmenschlichen, besonders die der Beziehung zwischen Shaun und Liz, seiner Freundin/Ex-Freundin. Und nicht zuletzt das ist es auch, was Shaun of the Dead z.B. dem mäßigen, aber erfolgreichen „Zombieland“(2009) vorraus hat.
Fazit: Was soll ich noch sagen: Viel Liebe zum Detail, Romero - Zitate en masse, britische Situationskomik und eine im Genre unerreichte Gagdichte.. ach, was müh ich mir hier einen ab: besser als jeder Film des unsäglichen „Fun Splatter“-Genres, beste Horrorkomödie und einer der besten Zombiefilme aller Zeiten! Insbesondere für den anspruchsvolleren, entsprechend vorgebildeten Filmfreund mit eindeutiger Präferenz zu hirntoten Schlurfern und Schleichern gibt es keinen Weg vorbei an Shaun of the Dead.
10/10
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Dawn of the Dead
The Return of the Living Dead
Braindead
Re-Animator
Tanz der Teufel 1-3
Land of the Dead
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Donnerstag, 31. Dezember 2009
Trailer: Kick Ass
Hab heute zum ersten mal davon gehört und bin so angetan vom Trailer, dass ich den natürlich nicht für mich behalten kann:
Kick Ass Trailer bei firstshowing.net
Absolut sehenswert!
Kick Ass Trailer bei firstshowing.net
Absolut sehenswert!
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Sonntag, 18. Oktober 2009
Review: Bubba Ho-Tep
"So ziemlich jeder mag Bubba Ho-Tep..!" - Jeff in 'My Name is Bruce'

Bubba Ho-Tep
Originaltitel: Bubba Ho-Tep
USA
Jahr: 2002
Laufzeit: 92 Minuten
FSK 16
Regie: Don Coscarelli
Cast: Bruce Campbell, Ossie Davis (2005 leider verstorben)
Genre: Horror/Komödie
Plot: Elvis lebt! Verbittert vegetiert er in einem heruntergekommenen Altersheim vor sich hin, sein einziger Freund ist ausgerechnet John F. Kennedy, der davon überzeugt ist, dass er vom amerikanischen Geheimdienst schwarz eingefärbt - damit niemand ihn als den ehemaligen Präsidenten erkennt - und somit mundtot gemacht wurde. Auch Elvis wird für seinen eigenen Imitator gehalten und so ist klar, dass den beiden niemand Glauben schenken wird, als sie in den Gängen des Altersheims einer nächtlich mordenden Mumie auf die Spur kommen...
Spannung: 7/10
Atmosphäre: 7/10
Action: 6/10
Humor: 9/10
Anspruch: 4/10
Unterhaltungswert: 8/10 (mit Bier: 9/10)
Cast: 8/10 (Bruce)
Score: 8/10
Screenplay: 7/10
Produktion: 7/10
FX: 5/10
Gore: 2/10
Synchro: gut (furchtbar/schlecht/mäßig/ok/gut/ausgezeichnet)
Mainstream: Jein
Kurzinhalt:
Bewertung:
Die Story ist abstrus, die Effekte so naja, Blut gibt's auch keins, die Hauptcharaktere haben Mühe sich auf den Beinen zu halten und nicht wegzudösen, die böse Mumie trägt einen Cowboyhut.. also was haben wir hier? Ganz klar, den wohl besten Bruce Cambpell Film seit langem, wenn nicht überhaupt! Selten hat ein (recht neuer) Film so viel Charme an den Tag gelegt wie "Bubba Ho-Tep". Man muss die beiden Hauptcharaktere einfach mögen. Und so schlägt der Humor zwar oft unter die Gürtellinie, aber stets bleibt der Zuschauer in einer liebevollen Beziehung zu den beiden Anti-Helden, er lacht mehr mit ihnen als über sie und über allem liegt eine melancholische Grundstimmung, die vom fantastischen Score wunderbar mitgetragen wird. Bruce Campbell brilliert als zynischer, in inneren Monologen und Erinnerungen an alte Zeiten verlorener Elvis Presley, in seiner gewohnt übertrieben-hysterischen Art, vielleicht die beste Rolle, die er bisher gespielt hat.
"Bubba Ho-Tep" ist kein Actionreisser, kein Gore-Schocker, kein Thriller mit überraschenden Story-Kniffen.. es ist eine in seinen Grundelementen erstaunlich gewöhnliche Horrorkomödie: ungewöhnlich ist höchstens die ruhige Erzählweise, der Fokus auf seine Hauptcharaktere und, trotz vieler geeigneter Vorlagen, der Verzicht, diese ins Lächerliche zu ziehen und sie stattdessen ernst zu nehmen; erstaunlich ist vorallem, wie gut das alles funktioniert.
Fazit: Ein Bruce Campbell Film, wie man ihn sich wünscht - nein, sogar noch besser! 92 Minuten beste Unterhaltung, eine melancholiche Horrorkomödie, die einen mit einem angenehmen Gefühl zurücklässt. All is well!
Artverwandtes:
Armee der Finsternis
My Name is Bruce
Shaun of the Dead

Bubba Ho-Tep
Originaltitel: Bubba Ho-Tep
USA
Jahr: 2002
Laufzeit: 92 Minuten
FSK 16
Regie: Don Coscarelli
Cast: Bruce Campbell, Ossie Davis (2005 leider verstorben)
Genre: Horror/Komödie
Plot: Elvis lebt! Verbittert vegetiert er in einem heruntergekommenen Altersheim vor sich hin, sein einziger Freund ist ausgerechnet John F. Kennedy, der davon überzeugt ist, dass er vom amerikanischen Geheimdienst schwarz eingefärbt - damit niemand ihn als den ehemaligen Präsidenten erkennt - und somit mundtot gemacht wurde. Auch Elvis wird für seinen eigenen Imitator gehalten und so ist klar, dass den beiden niemand Glauben schenken wird, als sie in den Gängen des Altersheims einer nächtlich mordenden Mumie auf die Spur kommen...
Spannung: 7/10
Atmosphäre: 7/10
Action: 6/10
Humor: 9/10
Anspruch: 4/10
Unterhaltungswert: 8/10 (mit Bier: 9/10)
Cast: 8/10 (Bruce)
Score: 8/10
Screenplay: 7/10
Produktion: 7/10
FX: 5/10
Gore: 2/10
Synchro: gut (furchtbar/schlecht/mäßig/ok/gut/ausgezeichnet)
Mainstream: Jein
Kurzinhalt:
- Rollstuhl und Rollator Showdown: 80%
- Rentner und andere Mumien: 90%
- Bruce Campbell: 100%
Bewertung:
Die Story ist abstrus, die Effekte so naja, Blut gibt's auch keins, die Hauptcharaktere haben Mühe sich auf den Beinen zu halten und nicht wegzudösen, die böse Mumie trägt einen Cowboyhut.. also was haben wir hier? Ganz klar, den wohl besten Bruce Cambpell Film seit langem, wenn nicht überhaupt! Selten hat ein (recht neuer) Film so viel Charme an den Tag gelegt wie "Bubba Ho-Tep". Man muss die beiden Hauptcharaktere einfach mögen. Und so schlägt der Humor zwar oft unter die Gürtellinie, aber stets bleibt der Zuschauer in einer liebevollen Beziehung zu den beiden Anti-Helden, er lacht mehr mit ihnen als über sie und über allem liegt eine melancholische Grundstimmung, die vom fantastischen Score wunderbar mitgetragen wird. Bruce Campbell brilliert als zynischer, in inneren Monologen und Erinnerungen an alte Zeiten verlorener Elvis Presley, in seiner gewohnt übertrieben-hysterischen Art, vielleicht die beste Rolle, die er bisher gespielt hat.

Fazit: Ein Bruce Campbell Film, wie man ihn sich wünscht - nein, sogar noch besser! 92 Minuten beste Unterhaltung, eine melancholiche Horrorkomödie, die einen mit einem angenehmen Gefühl zurücklässt. All is well!
9/10
Armee der Finsternis
My Name is Bruce
Shaun of the Dead
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Review
Samstag, 3. Oktober 2009
Review: Menschenfeind
"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." - Bertolt Brecht

Kurzinhalt:
Bewertung:
Im viel diskutierten "Menschenfeind" von Gaspar Noé prasselt ein derart wütender stream of consciousness auf den Zuschauer ein, dass dieser so oft zwischen den Zuständen der Ablehnung, Empörung, distanzierter Belustigung und heimlicher Zustimmung schwankt, bis er spätestens beim stakatohaften Finale nicht mehr weiss, wo ihm überhaupt der Kopf steht. Die schon bei scheinbaren Kleinigkeiten im Kopf des vom Leben gebeutelten Protagonisten explodierenden Hasstiraden kommen einem nicht selten seltsam bekannt vor. Das macht die Hauptperson aber keineswegs sympathischer, nein, der Metzger bleibt ein perverser Widerling, unfähig zur Selbstreflexion, frei jeder sozialen Kompetenz. Die eigene, in wütenden Momenten oft so ähnliche Denkweise scheint mit einem Mal fremd und fragwürdig. Diesen Effekt nutzt der Film und spielt mit der Hoffnung des Zuschauers auf das Gute im Menschen, lässt sie jedoch nur kurz keimen um sie dann wieder mit voller Verachtung in den Dreck zu treten. Die Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit sind geradezu allgegenwärtig und das Gefühl, auch ausserhalb des Gefängnisses nur ein Gefangener zu sein, beinahe greifbar.
Letzten Endes bleibt Menschenfeind ein Film, bei dem es schwer fällt seine Essenz in Worte zu fassen. Denn mehr noch als das erbärmliche soziale Milieu, in denen sich die Protagonisten befinden und die schlimmen Schicksalsschläge, die der Metzger, seine Frau und seine Tochter erleiden, schockieren den Zuschauer die kompromislosen Charakterzüge des Metzgers selbst, in denen sich das tierhafte, primitive des Menschen in all seiner Abscheulichkeit offenbart. Die Selbstverständlichkeit, mit der die ethischen Grundsätze innerhalb unseres sozialen Gefüges verstanden werden, zeigen sich als naive Illusion und werden, fallend, eine Frage des Standpunktes. Diese desillusionierende Wirkung auf den Zuschauer ist das eigentlich Besondere an "Menschenfeind" - und es scheint unmöglich sich ihr zu entziehen. Denn mit donnerndem Klang untermalt, wird die deprimierende Botschaft des Films in dessen Verlauf mit abrupten Schnitten immer wieder regelrecht in die Wahrnehmung des Zuschauers hinein geprügelt. Und so bleibt die Erkenntnis, dass nicht nur die Zeit, sondern auch die Moral als relativ zu betrachten ist.

Menschenfeind
Originaltitel: Seul contre tous
Frankreich
Jahr: 1998
Laufzeit: 89 Minuten
FSK 18
Regie: Gaspar Noé
Genre: Spielfilm (Drama)
Plot: "Menschenfeind" erzählt die Geschichte eines Mannes, dem das Leben stets hart mitgespielt hat. Als Kind von einem Geistlichen sexuell missbraucht, später von der Frau allein mit seiner Tochter zurückgelassen, tötet er beinahe einen (gänzlich unschuldigen) Bauarbeiter, als er denkt, dieser habe seine Tochter vergewaltigt. Als er aus dem Gefängnis kommt, will er mit der von ihm schwangeren, aber ungeliebten neuen Frau ein neues Leben in einer anderen Stadt anfangen und dort mit ihrem Geld eine Metzgerei eröffnen. Doch wie so vieles in seinem Leben scheitert auch dieser Versuch um ein Leben in Normalität und Akzeptanz, stattdessen erfährt er Demütigung um Demütigung und es zeigt sich, dass die Vorstellungen von Redlichkeit und Moral stark von der Perspektive abhängen..
Spannung: 8/10
Atmosphäre: 9/10
Action: 3/10
Humor: 3/10
Anspruch: 8/10
Unterhaltungswert: 8/10
Cast: 8/10
Score: -/10
Screenplay: 8/10
Produktion: 7/10
FX: -/10
Gore: 3/10
Synchro: gut (furchtbar/schlecht/mäßig/ok/gut/ausgezeichnet)
Mainstream: Nein
- Verachtung, Wut und Frauenfeindlichkeit: 100%
- krude, vor Hass sprühende Gedankenströme: 100%
- Inzest und Kinderhack: 100%
Bewertung:
Im viel diskutierten "Menschenfeind" von Gaspar Noé prasselt ein derart wütender stream of consciousness auf den Zuschauer ein, dass dieser so oft zwischen den Zuständen der Ablehnung, Empörung, distanzierter Belustigung und heimlicher Zustimmung schwankt, bis er spätestens beim stakatohaften Finale nicht mehr weiss, wo ihm überhaupt der Kopf steht. Die schon bei scheinbaren Kleinigkeiten im Kopf des vom Leben gebeutelten Protagonisten explodierenden Hasstiraden kommen einem nicht selten seltsam bekannt vor. Das macht die Hauptperson aber keineswegs sympathischer, nein, der Metzger bleibt ein perverser Widerling, unfähig zur Selbstreflexion, frei jeder sozialen Kompetenz. Die eigene, in wütenden Momenten oft so ähnliche Denkweise scheint mit einem Mal fremd und fragwürdig. Diesen Effekt nutzt der Film und spielt mit der Hoffnung des Zuschauers auf das Gute im Menschen, lässt sie jedoch nur kurz keimen um sie dann wieder mit voller Verachtung in den Dreck zu treten. Die Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit sind geradezu allgegenwärtig und das Gefühl, auch ausserhalb des Gefängnisses nur ein Gefangener zu sein, beinahe greifbar.
Letzten Endes bleibt Menschenfeind ein Film, bei dem es schwer fällt seine Essenz in Worte zu fassen. Denn mehr noch als das erbärmliche soziale Milieu, in denen sich die Protagonisten befinden und die schlimmen Schicksalsschläge, die der Metzger, seine Frau und seine Tochter erleiden, schockieren den Zuschauer die kompromislosen Charakterzüge des Metzgers selbst, in denen sich das tierhafte, primitive des Menschen in all seiner Abscheulichkeit offenbart. Die Selbstverständlichkeit, mit der die ethischen Grundsätze innerhalb unseres sozialen Gefüges verstanden werden, zeigen sich als naive Illusion und werden, fallend, eine Frage des Standpunktes. Diese desillusionierende Wirkung auf den Zuschauer ist das eigentlich Besondere an "Menschenfeind" - und es scheint unmöglich sich ihr zu entziehen. Denn mit donnerndem Klang untermalt, wird die deprimierende Botschaft des Films in dessen Verlauf mit abrupten Schnitten immer wieder regelrecht in die Wahrnehmung des Zuschauers hinein geprügelt. Und so bleibt die Erkenntnis, dass nicht nur die Zeit, sondern auch die Moral als relativ zu betrachten ist.
Fazit: Keine Sympathieträger, kein Happy-End. "Menschenfeind" ist verstörend, desillusionierend, schonungslos und abstoßend und ähnlich Michael Hanekes "Funny Games"(1997) hart an der Grenze des Erträglichen - also alles, aber kein Popcorn-Kino. Dafür aber ein einfach großartiger Film.
9/10
Artverwandtes:
Irreversibel
Funny Games
Irreversibel
Funny Games
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